Jakob Fugger von der Lilie (* 6. März 1459 in Augsburg; † 30. Dezember 1525 ebenda),
genannt Jakob Fugger der Reiche (gelegentlich auch der Jüngere), war seinerzeit Europas reichster und bedeutendster Kaufmann und Bankier. Er entstammte der gleichnamigen Augsburger Handelsfamilie, die er innerhalb weniger Jahre zu einem der ersten frühkapitalistischen Unternehmen ausbaute. Die geschickte Ausnutzung des Bergregals verschaffte seiner Firma die Monopolstellung auf dem europäischen Kupfermarkt und legte so die Grundlage für die Weltgeltung und den Reichtum des Familienunternehmens der Fugger. Zu seinen Kunden im Bankgeschäft gehörten Mitglieder des Hochadels, der europäischen Königshäuser und der katholischen Kirche. Er finanzierte Kriege und Königswahlen und sicherte so seinem Unternehmen ein rasantes Wachstum und erheblichen politischen Einfluss. Sein Vermögen, das auch für heutige Maßstäbe kaum vorstellbare Dimensionen erreichte, verhalf ihm zu dem Beinamen „der Reiche“.
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Biographie:
6. März 1459
Jakob Fugger II. wurde in Augsburg als Sohn des Kaufmanns Jakob Fugger d. Ä. und seiner Frau Barbara, geb. Bäsinger, geboren.
1478
Nach der Erziehung im Kloster Eintritt in die väterliche Firma, die er nun zusammen mit seinen Brüdern Ulrich und Georg leitete.
1479
Erstmals taucht er in den Steuerbüchern der Stadt Augsburg mit einem Vermögen von 60 Gulden auf.
1479
Jakob Fugger geht mit seinem Bruder Ulrich nach Rom, wo sie Kontakte mit den Medici und mit dem Papst knüpfen.
1494
Die Firma "Ulrich Fugger und seine Gesellschaft" wurde die erste "offene Handelsgesellschaft" in Europa und ändert den Namen in "Ulrich Fugger und Gebrüder von Augsburg" um. An ihr sind - Ulrich, Leiter des Stammhauses in Augsburg, - Georg, Leiter der Nürnberger Filiale und - Jakob, für den Ausbau der internationalen Beziehungen, beteiligt. Allein in diesem Jahr machen sie einen Gewinn von über 54.000 Gulden.
Um 1495
Bau mehrerer Schmelz- und Hüttenwerke in Österreich und Ungarn.
1485
Übernahme der Fuggerschen Fakturei in Innsbruck.
1490
Er verhalf Erzherzog Maximilian zur Übernahme Tirols.
1498
Heirat mit Sybille Artzt aus dem Augsburger Großbürgertum. Die Ehe blieb kinderlos.
1498
Kauf der Kupferminen von Kaiser Maximilian I. für einen Spottpreis.
1502
Jakob Fugger kauft die Juwelen des Burgunderschatzes.
1503
Nach dem Tod von Papst Alexander VI. intensiviert er die römischen Kontakte.
1504
Maximilian I. verpfändet seine Tiroler Kupferwerke an Jakob Fugger für einen Kredit von 100.000 Gulden.
1505
Das Handelshaus der Fugger in Venedig brennt ab.
1506
Jakob Fugger II. erhielt Schloss und Hofmark Schmiechen in Schwaben als Pfand von Maximilian I.
1507
Die Orte Buch, Weißenhorn und Marstetten in Schwaben wurden von Maximilian I. an Jakob Fugger II. verpfändet.
1507
Jakob Fugger kaufte die Grafschaft Kirchberg mit Schloss von Kaiser Maximilian I. für 50.000 Gulden. Das Schloss ist heute noch im Fuggerschen besitz.
1508
Die Fuggerbank prägt die neue päpstliche Münze durch einen Auftrag von Papst Julius.
1508 - 1518
Die Grabkapelle der Fugger bei St. Anna wird gebaut.
1509
Finanzierung des Italienfeldzuges von Kaiser Maximilian I. mit 170.000 Gulden
1511
Jakob Fugger übernahm allein die Spitze des weltumspannenden Augsburger Handelshauses der Fugger, dessen Geschäftskapital er bis zu seinem Tod von rund 55.000 Gulden auf gut 2 Millionen Gulden aufstocken konnte.
Er erwarb Gold-, Silber-, Kupfer- und Salzbergwerke in Ungarn, Tirol, Kärnten und Spanien; sicherte sich einen Riesenanteil am ostindischen Gewürzhandel. Bald besaß er das Kupfermonopol in Europa und auch das größte Bankhaus auf dem Kontinent, der damals noch das Zentrum der Welt bildete.
Er finanzierte die Politik von Kaiser Maximilian I. und Kaiser Karl V.
1511
Er wurde in den Adelsstand erhoben.
1512-1515
Jakob Fugger baute seinen Stadtpalast in der Maximilianstraße.
1514
Jakob Fugger wurde Graf von Kirchberg und baute die Kirche St. Sebastian in Oberkirchberg.
1514
Jakob Fugger II. kaufte die Herrschaft Biberbach im Landkreis Augsburg von Kaiser Maximilian I.
1516
Jakob Fugger beschließt den Bau einer Siedlung für arme Augsburger, Tagelöhner, Handwerker, usw. Es wurden 106 Dreizimmerwohnungen in 53 Reihenhäusern gebaut. Die Jahresmiete betrug einen Rheinischen Gulden.
1519
Karl V. wird nicht zuletzt durch den Einfluß von Jakob Fugger und dessen Darlehen von über 543.000 Gulden zur Bestechung der Kurfürsten zum Kaiser gekrönt.
1520
Jakob Fugger wurde von Albrecht Dürer portraitiert.
1521
Kaiser Karl V. übereignete ihm spanische Salz-, Kupfer- und Goldminen, die die Sicherheit für ein Darlehen waren, das Jakob Fugger Karl V. für die Wahl zum Kaiser geliehen hatte. Dies geschah auf dem Reichstag in Worms. Karl V. blieb aber noch 200.000 Gulden schuldig.
30. Dezember 1525
Jakob Fugger II., genannt der Reiche, ist in Augsburg gestorben und begraben in der Fuggerkapelle bei St. Anna in Augsburg. Sein ganzes Vermögen erbte sein Neffe Anton Fugger.
Weitere Infos unter http://www.fugger.de/
